„Theater“ in Geschichte: Besuch des Theaterstücks „Als wärs ein Stück von mir“

„Wir waren in Flandern.

Wir haben die Gräber gesehen.

Da liegen alle so still beieinander. Fast zärtlich.

Und wir...

... wir standen da.

Und störten irgendwie.

Die Toten blieben lieber für sich...“

Dieses Zitat ist aus dem Theaterstück, welches ich mit einigen Teilnehmern meines Geschichtskurses des 12. Jahrgangs am 22.5. im BIS in Mönchengladbach besuchte: „Als wärs ein Stück von mir“. Das Theaterstück ist von der Theatergruppe „Pocomania“ an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Grevenbroich erarbeitet worden, ausgewählt für den Bundeswettbewerb der Schultheater in Berlin und bietet zur Zeit verschiedene Auftritte an. Voller überraschender theatraler Mittel, voller Fantasie, die die Zuschauer immer wieder in den Bann ziehen, werden Einblicke in den Beginn der Kriegseuphorie, das Leiden der Soldaten und den heutigen Blick auf Krieg und Gedenken an Krieg vermittelt.

Lena Vaaßen, eine Schülerin des Kurses berichtet:

„Gleich zu Beginn wird bei diesem Theaterstück deutlich, dass viel zu wenig an die Opfer der damaligen Zeit erinnert wird. Deshalb haben die Schüler und Schülerinnen, die das Theaterstück selber geschrieben und inszeniert haben, nachdem sie in Flandern, einem Gebiet, in dem jahrelange Grabenkämpfe zwischen den beteiligten Nationen tobten, waren, uns mit auf die Zeitreise genommen.

Im Theaterstück wurde die Euphorie am Anfang des Krieges im Vergleich zu der Situation im Krieg und zu heute dargestellt. Erst waren alle Jungen, Männer und Frauen vom Krieg begeistert und die Männer, aber auch die Jungen, wollten nach diesem kurzen „Abenteuer“ als Helden zurückkehren. Es wurde jedoch kein kurzes Abenteuer, eher ein jahrelanges Schlachtfeld, auf dem Tausende von Menschen ihr Leben verloren.

Heute können wir uns gar nicht mehr vorstellen, wie schlimm der Krieg vor 100 Jahren war. Das wurde uns auch in dem Theaterstück bewusst gemacht, denn heute denken wir nicht mehr an „richtige“ Kriege, wenn wir in Videospielen sinnlos herumballern. Auch das wurde in dem Theaterstück deutlich, indem die Schauspieler die jetzige Zeit miteinbezogen.

Das Theaterstück hat uns alle sehr berührt und hat uns spüren lassen, wie schlimm und tragisch die damalige Zeit war.

An dieses Theaterstück werde ich mich noch lange zurück erinnern.“

F. Schwalm / Lena Vaßen